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Urvolk Bantu

Ursprung

Bantu ist der Sammelbegriff für über 400 verschiedene Ethnien in Süd- und Mittelafrika. Die Bantusprachen sind eine Untergruppe der Niger-Kongo-Sprachen. Es gibt heute (2007) über 200 Millionen Bantu. Die Bantu stammen vermutlich aus dem Kameruner Hochland und dem Südosten Nigerias. Irgendwann im 2. Jahrtausend v. Chr. begannen sie als Pflanzer von Hackfrüchten ihr Territorium in die Regenwälder von Zentralafrika auszudehnen. Etwa 1000 Jahre später setzte eine zweite, schnellere Phase der Expansion weiter nach Süden und Osten ein. Wo immer sie hinzogen, vermischten sie sich mit den dort lebenden Gruppen und bildeten neue Gesellschaften. Etwa 1000 v. Chr. war – möglicherweise ohne fremde Hilfe – zwischen dem Tschadsee und den großen Seen Ostafrikas die Eisengewinnung entwickelt worden. Als die Bantu die Technik übernahmen, war das Siedlungsgebiet schon beträchtlich gewachsen. Sie bauten Getreide und Bananen an, betrieben Viehzucht. Als erste früheisenzeitliche Kultur der Bantu gilt die Urewe-Kultur im heutigen Uganda. Südlich des Äquators wird allgemein der Beginn der Eisenzeit mit dem Eintreffen der Bantu gleichgesetzt.


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Ausbreitung

Ausgestattet mit solchen Fertigkeiten scheinen sie sich - eher in kleinen, vom Wanderfeldbau lebenden Gruppen - über große Teile des östlichen und südlichen Afrika ausgebreitet zu haben. Neuerdings führte ein sehr alter Fund in der Nähe von Maputo im Süden von Mosambik, der den Funden aus der Kwale-Kultur (Kenia) sehr ähnlich war, zu Vermutungen, dass die Bantu sehr schnell die Küste besiedelten. Ab etwa 400 n. Chr. Lebten die Bantu eigentlich schon in all den Gegenden Afrikas, in denen die Europäer sie dann antrafen.

Der Übergang von der frühen Eisenzeit (geringe Viehzucht, geringe soziale Differenzierung) zur späten Eisenzeit (Ackerbau und bedeutende Viehzucht, starke soziale Differenzierung, Reichsbildungen), der lange als erneute Wanderungsbewegung gedeutet wurde, wird in den letzten Jahren zunehmend als Kulturentwicklung ohne wesentliche Wanderung angesehen. Die den Bantu südwestlich benachbarten Khoisan bebauten kein Feld und gewannen kein Eisen, erlernten aber, Eisen zu verarbeiten, z.B. zu Speerspitzen. Ein Jahrhunderte langes, auch benachbartes Nebeneinander von eisenzeitlichen Bantu und steinzeitlichen Khoisan wird für das östliche Sambia angenommen und ist für Botswana nachgewiesen.



Zeit der Kolonisation

Nicht betroffen von der Bantubesiedlung vor dem 17. Jahrhundert waren die Gebiete des heutigen Namibia und die Kapprovinz. Als Jan van Riebeeck um 1652 am Kap der Guten Hoffnung an Land ging und Kapstadt gründete, traf er dort keine Bantu an, da deren Siedlungsgebiet erst 700 km nordöstlich seiner neuen Kolonie begann. Eingeborene Nachbarn der ersten weißen Siedler waren San und Khoi Khoi. Durch den Zustrom europäischer Siedler, deren Nachfahren heute als Afrikaaner (auch: Buren) bezeichnet werden, breitete sich die Kapkolonie langsam aus und die Khoi Khoi gerieten zunehmend in ein Abhängigkeitsverhältnis zu den Buren. Erst um etwa 1770 stießen die Buren erstmals auf die Bantu. Erstmals 1795, endgültig 1806 kam die Kapkolonie unter britische Herrschaft.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu Wanderungsbewegungen sowohl der Buren als auch der Bantu, die zu kriegerischen Konflikten zwischen den Gruppen führten und die Khoisan in die Kalahari drängten: Seit 1816 baute der Zulu-Herrscher Shaka an einer straffen militärischen Organisation und fing an, andere, benachbarte Bantuvölker blutig zu unterwerfen, was diese zu Umstrukturierungen und Fluchtbewegungen veranlasste (Mfecane). Mit dem Abolitionsgesetz von 1833 wurde im gesamten British Empire, also auch der Kapkolonie, die Sklaverei abgeschafft. Von 1835 an verließen viele Buren die Kapkolonie, zogen als Voortrekker nach Nordosten und gründeten dort neue Republiken.

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